Skip to main content

Das gab es in Deutschland bis jetzt noch nicht. Der Europäische Gerichtshof hat am 6.11.2018 entschieden (Urteil vom 6.11.2018, C-569/16 und C-570/16), dass den Erben eines Arbeitnehmers, der im laufenden Arbeitsverhältnis verstirbt und dem noch unerfüllte Urlaubsansprüche zustehen, ein Ausgleichanspruch für nicht genommenen Urlaub gegenüber dessen ehemaligen Arbeitgeber zusteht. In Deutschland können sich die Erben hierbei direkt auf Unionsrecht (EU-Recht) berufen, und zwar sowohl gegenüber einem öffentlichen als auch gegenüber einem privaten Arbeitgeber.

Entscheidend sei, ob der Verstorbene im Zeitpunkt des Todes noch unerfüllte Urlaubsansprüche hatte. Unerheblich sei, ob die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Tod des Arbeitnehmers erfolgt sei oder der Arbeitnehmer sein Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis noch erlebt habe. Die finanzielle Komponente des Anspruchs auf bezahlten Urlaub sei rein vermögensrechtlich und deshalb vom Arbeitnehmer vererbbar.

Wenn der Erblasser schon den Urlaub „vergessen“ hat, vergessen Sie nicht, die Ausgleichsansprüche wegen nicht genommenen Urlaubs geltend zu machen. Nicht genommener Urlaub, ein Geldsegen für die Erben also.