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Die Beerdigung war vor zwei Wochen. Die eingerichteten Einzugsermächtigungen für Strom, Wasser und die Müllabfuhr werden weiter getätigt, das hat mir die Dame von der Bank gesagt, aber wenn ich von dem Konto der Verstorbenen Abhebungen machen wolle oder aber die Beerdigungskosten per Überweisung zahlen wolle, müsse ich einen Erbschein oder aber ein notarielles Testament mit dem Nachweis der Eröffnung des Testaments vorlegen. Eine auf mich lautende Vollmacht über den Tod hinaus hatte die Mutter nicht bei der Bank hinterlegt. Sie hatte alles bis zuletzt selbst geregelt. Hinterlassen hat die Mutter ein eigenhändiges, handschriftliches Testament, in dem sie mich als Alleinerben eingesetzt hat.

Mit diesem handschriftlichen Testament bin ich dann zum Grundbuchamt gegangen und wollte das elterliche Wohnhaus umschreiben lassen. Dort hielt ich die Auskunft, dass ich hierfür einen Erbnachweis bringen müsse, das eigenhändige, handschriftliche Testament reiche nicht aus. Ich müsse einen Erbschein beantragen.

Außer bei Vorliegen eines Erbvertrages oder eines notariellen Testamentes müssen Sie, um Ihr Erbrecht gegenüber Banken und Behörden nachzuweisen, einen Antrag auf Erteilung eines Erbscheins beim zuständigen Nachlassgericht stellen. Ein Formular für die Erteilung eines Erbscheins gibt es nicht. Der Erbscheinsantrag muss so bestimmt sein, dass ihn das Nachlassgericht bei Stattgabe wörtlich übernehmen könnte. Deshalb ist es sinnvoll, sich bei der Antragstellung anwaltliche Unterstützung zu holen. Zwischen der Beantragung eines Erbscheins und der Erteilung des Erbscheins können drei bis vier Monate liegen. Die Höhe der Kosten, die das Gericht für die Erteilung des Erbscheins berechnet, richtet sich nach dem reinen Nachlasswert. Besteht der Nachlass zum Beispiel aus einem Haus, das einen Wert von 300.000,00 € hat und beim Erbfall noch mit 100.000,00 € belastet war und einem Barvermögen von 50.000,00 € dann beläuft sich der reine Nachlasswert auf 250.000,00 €. Für einen Erbschein bei einem reinen Nachlasswert von 250.000,00 € fallen 1.070,00 € an Gerichtsgebühren an.